Fotografie: Martin Fedter

Wenn Liebe zur Brücke wird: Zwei Herzensprojekte, ein Versprechen

Das Jahr 2025 begann für mich mit einem klaren Vorsatz. Als Inhaberin von „Engel verbinden mit Liebe“ wollte ich meine kreative Arbeit und meine Veranstaltungen nutzen, um dort zu helfen, wo Unterstützung dringend benötigt wird: beim Kinderhospiz Sterntaler in Dudenhofen. Mein Plan stand fest – Bilder verkaufen, Veranstaltungen organisieren und den gesamten Gewinn spenden.
Doch das Leben hält manchmal Wendungen bereit, die uns atemlos und mit gebrochenem Herzen zurücklassen.


Ein unerwarteter Abschied und ein neues Vermächtnis

Im August 2025 änderte sich meine Welt für immer. Mein Sohn verstarb vollkommen unerwartet. Inmitten der tiefen Trauer kristallisierte sich eine Aufgabe heraus, die mir fast wie ein letzter Wunsch vorkam. Mein Sohn hatte begonnen, den Bau der Kirche des Erzengels Michael in Belgrad zu unterstützen. Es war sein Kraftort. Er träumte davon, dort eines Tages zu heiraten und seine Kinder taufen zu lassen. Der dortige Priester, sein ehemaliger Religionslehrer, war für ihn ein Mentor und eine wichtige Bezugsperson.
Plötzlich stand ich vor zwei Herzensprojekten: Meinem ursprünglichen Versprechen an die „Sterntaler“ und dem Vermächtnis meines Sohnes.


Oktober 2025: Ausstellung in Offenbach

Unter dem Banner von „Engel verbinden mit Liebe“ organisierte ich im Oktober eine große Ausstellung in Offenbach bei Frankfurt. Dank der Großzügigkeit der Besucher konnten wir zwei Spendenboxen füllen:
240,90 Euro für das Kinderhospiz Sterntaler.
158,00 Euro für das Kirchenprojekt meines Sohnes in Belgrad.
Die Box der Sterntaler gab ich unmittelbar nach der Ausstellung zurück, dankbar für jeden Cent, der dort helfen kann. Doch die Dose für Belgrad blieb bei mir im Wohnzimmer – sie war noch nicht bereit für ihre Reise.


Kleine Schritte, große Wirkung

In den darauffolgenden Monaten wuchs die Summe in der Dose stetig. Es war oft nur das Kleingeld vom täglichen Einkauf, ein symbolischer Akt des Gedenkens in meinem Alltag.
Dann kam eine Anfrage, die mich zunächst zögern ließ: Ein Kindergeburtstag suchte jemanden zum Kinderschminken. Mein erster Impuls war, abzusagen – die Vorstellung, von so viel kindlicher Unbeschwertheit umgeben zu sein, während mein eigenes Herz so schwer war, schien unmöglich. Doch ich sagte zu. Es wurde ein heilender Moment. Die Familie überreichte mir als Dankeschön 100 Euro, die direkt in die Dose flossen.


Ein Moment voller Stolz in Belgrad


Bis zum 12. Februar 2026 wuchs der Betrag auf insgesamt 280 Euro an. Am 13. Februar war es endlich so weit: In Belgrad traf ich den Priester, der meinem Sohn so viel bedeutet hatte.
Es war ein Moment voller Stolz und Tränen, als ich das Geld im Namen meines Sohnes und in meinem eigenen Namen übergeben durfte. Es war mehr als nur eine Spende – es war ein Stück gelebte Liebe, das nun in die Mauern dieser Kirche einfließt.


Der Weg geht weiter


Dies ist erst der Anfang. Das Leben hat mir gezeigt, dass Schmerz in Tatkraft verwandelt werden kann. Ich werde weiterhin beide Projekte unterstützen. Denn ob es das Lächeln eines Kindes im Hospiz ist oder der Aufbau eines Ortes des Friedens in Belgrad – am Ende ist es die Liebe, die uns verbindet.


In liebevollem Gedenken an meinen Sohn und mit tiefem Dank an alle, die diesen Weg mit mir gehen.

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